Im Juli 2025 verabschiedete der Plöner Kreistag seine Nachhaltigkeitsstrategie mit insgesamt 128 Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in insgesamt 7 Handlungsfeldern.
Die Verabschiedung der Strategie war Anlass für die Durchführung einer Konferenz im Kreishaus. 80 Menschen aus unterschiedlichsten Organisationen und Verbänden sowie aus Politik und Verwaltung trafen sich nun für Impulse, Workshops und eine Ausstellung zu Nachhaltigkeitsprojekten.
Staatssekretärin Katja Günther aus dem Ministerium für Energiewende, Klima, Umwelt und Natur, sagte in ihrem Grußwort: „Nachhaltigkeit wird vor allem durch engagierte Menschen in Kommunen, Unternehmen, Verbänden und Initiativen vorangetrieben - so wie hier im Kreis Plön. Eine tolle Konferenz mit spannenden Ansätzen für Veränderungen. Dieses Treffen ist wichtig, um Erfahrungen auszutauschen und in die Praxis zu gehen. Die Nachhaltigkeitskonferenz ist ein Energiespender für alle haupt- und ehrenamtlichen Akteure, die den Kreis Plön in eine nachhaltige Zukunft tragen.“
Als Keynote-Speaker trat Prof. Henning Austmann auf. Er vermittelte gleich mehrere Perspektiven auf das Thema Nachhaltigkeit. Die Dringlichkeit einer Transformation machte er als Wissenschaftler (Professor für Internationale Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit), als Vater von vier Kindern sowie als Bewohner eines kleinen Dorfes im Weserbergland deutlich.
Gerade bei den Vertretern aus den Kommunen stießen seine Ausführungen auf großes Interesse, weil die Ausgangssituation in den Dörfern des Weserberglandes am Anfang den heutigen Herausforderungen in den Kommunen des Kreises Plön gleicht. Eine konsequent nachhaltige Ausrichtung und eine starke Bürgerbeteiligung haben in den Dörfern eine deutliche Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit, mehr Infrastruktur wie Schule, Supermarkt, Arztpraxen usw. mehr Miteinander, mehr Engagement geführt.
Die Dörfer haben seit Jahren eine stabile Einwohnerzahl – obwohl keine Neubaugebiete ausgewiesen wurden. Es gibt eine lange Liste junger Familien, die gerne zuziehen möchten. Zudem hat die Dorfgemeinschaft für ihr Wirken und Ihre Veränderungen viele Preise gewonnen. Austmann macht aus seinen Perspektiven deutlich, dass gerade für ländliche Räume Nachhaltigkeit eine Chance darstellt.
Der Nachhaltigkeitsmanager des Kreises stellte die Nachhaltigkeitsstrategie und ihren Entstehungsprozess in der Übersicht vor. Nach seinem Impulsreferat gab es in einem Workshop die Gelegenheit, mögliche Anknüpfungspunkte für Kommunen zu diskutieren. Betont wurde von den Teilnehmenden, dass man sich eine nachhaltige Entwicklung wünscht und gerne Vernetzungsprojekt wie auch von Prof. Austmann skizziert umsetzen möchte. Den Kreis sieht man als Moderator und Vernetzer solcher Prozesse.
Weitere Impulse gab es von Charlotte Reimann, der Leiterin des Freiwilligenzentrums im Kreis, von Aktiven in Nachhaltigkeitsbündnissen aus dem Kreisgebiet sowie von Vertretern der Investitionsbank und der Förde Sparkasse.
Reimann beschrieb den Nutzen für Kommunen, wenn man Nachhaltigkeit und Ehrenamt zusammendenkt. Synergien könnten sich leicht ergeben, da die Arbeit der Freiwilligen oftmals in Bereichen stattfindet, die nachhaltige Wirkungen haben. Andererseits ließen sich Nachhaltigkeitsprojekte in einer Kommune leichter mit Freiwilligen umsetzen.
Jutta Briel vom Nachhaltigkeitsbündnis in Heikendorf, Dr. Joachim Ennen vom Klimaschutzbündnis Laboe und Dieter Wolfgang Glanz vom Preetzer Aktionsbündnis für Nachhaltigkeit und Klimaschutz stellten die sehr unterschiedlichen Strukturen und gleichen inhaltlichen Ziele vor. Sie warben darum, dass auch in weiteren Kommunen Gruppen aktiv werden.
Carsten Lorenzen (Investitionsbank Schleswig-Holstein) und Kevin Dominique Bröde (Förde Sparkasse) stellten die Möglichkeiten vor, die Kommunen haben, sich Nachhaltigkeitsprojekte fördern zu lassen bzw. welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.
Landrat Björn Demmin: „Das Interesse an der Nachhaltigkeitskonferenz des Kreises zeigt, dass das Thema in den Köpfen und Aktionen immer mehr präsent ist. Ich danke allen Beteiligten, die am Gelingen dieser Veranstaltung beteiligt waren.“
Foto © Jan Dreckmann
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