Thing Tag 2015

Schönberg

Ding und Recht wie vor 300 Jahren

Wer eintauchen wollte in die Vergangenheit in der Probstei, der war am Sonnabend beim Thing-Tag am Probstei-Museum goldrichtig. Denn dort erlebten zahlreiche Zuschauer ein Stück lebendige Geschichte.

Die Mischung stimmte, Petrus schickte Museumswetter und die AWO-Theatergruppe "Lampenfewer" hatte wieder ganze Arbeit geleistet. Sie brachten mit dem historischen "Gerichtsdrama" mit dem Titel "Arger mit Tyne Swyn" den mittlerweile 26. Fall auf die hölzerne Bühne. Dort saß zum ersten Mal auch Rüdiger Boll von der ehemaligen Polizeistation in Probsteierhagen. Als kein geringerer als der Probst gab er sein "Dingdag-Debüt". Zwischen den zwei Akten des Stückes zeigte die Probsteier Tanz- und Trachtengruppe historische Tänze und hatte viel Wissenswertes über Tradition und Sitten der Probstei zu erzählen.

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Fotos: Sebastian Kroll

Es war eine gelungene Mischung, die das Publikum da geboten bekam. Etliche Gäste, aber auch viele Einheimische genossen das bunte Treiben und tauchten in die Geschichte ein. Da gab es zum Einen die Rechtsprechung des hohen Gerichtes, vertreten durch den Affinder (Ingho Lage, Vörspraaken (Melanie Jansen) und Dingvogt (Ulrich Lage). Der Probst gab von höchster Stelle sozusagen seinen "Senf" dazu und Klostervogt Kevin Huhs schrieb alles auf, was sich ereignete. Und wie das im Theater üblich ist, fehlte auch "de Toseggersch" (Lisa Mateoschat) nicht. Allerdings kam sie, wie es sich gehört, nicht zum Einsatz. Denn alle Spieler zeigten sich textsicher und machten ihre Sache super. So torkelte dann auch Tyne Swyn stilecht voll des Branntweins vor Gericht, gefolgt von Bauer Schnuut (Matthias Nothmann), der den Klostervogten um Ding und Recht angerufen hatte. Da Schnuut nun selbst ein Freund des gebrannten Korns war, hatte er große Gedächtnislücken und seine Ehefrau Lene (Rosi Perz) machte sich lautstark Luft über ihren "Suffkopp". Doch Fakt war, dass die dem Alkohol stark zusprechende Tyne Swyn zu oft die ihr anvertrauten Schweine vergaß und die sich dann auf eigene Faust durch die Nachbarschaft grunzten und alles umwühlten, was ihnen in den Weg kam. So auch auf dem Kohlhof des Klostervogten. Es gipfelte darin, dass eine besonders gewitzte Sau die von Beek Grütt (Sophie Petersen) war. Die "Grütt-Sööch" also machte es sich auf dem Strohsack des Bauern bequem und besorgte dem nicht nur wüste Träume, sondern hinterließ auch ihre Spuren. Nun sollte das Gericht die dreiste Schweinehirtin zur Ordnung rufen, meinte Schnuut.

Als sich das hohe Gericht zur Beratung zurück zog, konnten die Zuschauer auf der Freifläche vor dem Museum die Tänze genießen, die in Probsteier Trachten eine Augenweide waren. "Trachtenpapst" Christian Lantau ließ es sich nicht nehmen, die Bedeutung von Hüll (Haube), Schürze, Rock und Silberknöpfen zu erläutern. So erfuhren die aufmerksamen Zuhörer auch, dass sich schob an der Ausführung der Tracht erkennen ließ, ob ihre Trägerin verheiratet oder wohlhabend war. Museumsbäcker Eckhard Bulbeck hatte den Ofen angeheizt und wie in den fünf Jahren zuvor auch, wurde er beim Backen und Verkauf der 90 Brote von Fabian Zurstraßen und Jan Kähler kräftig unterstützt. Die beiden waren Mitglieder der ehemaligen Jugendgruppe, die in dieser Form leider nicht mehr existiert. Doch die beiden Jungen halten zur Stange, den sie haben "viel Spaß" dabei, wie sie sagen. Auch das Wetter spielte mit an diesem Tag, denn das Marktgeschehen konnte gerade noch trockenen Fußes beendet werden.

(Quelle: Probsteier Herold v. 19.06.2015)

 

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